Benedikt: Eine Fontan-Herz-Rennsemmel-Geschichte
>Als wir in der 22. Schwangerschaftswoche erfuhren, dass mit dem Herzen unseres ungeborenen Sohnes etwas nicht stimmt, blieb für einen Moment die Welt stehen. Was genau es bedeutete, wussten wir damals noch nicht – aber wir spürten sofort, dass ein besonderer Weg vor uns lag.<
Nach Benedikts Geburt bestätigte sich die Diagnose: Er hat einen komplexen Herzfehler - ein Einkammerherz. Die folgenden Jahre waren geprägt von vielen Operationen, Untersuchungen und Krankenhausaufenthalten. Es war eine intensive Zeit für die ganze Familie – mit Sorgen, aber auch mit kleinen Freuden, die oft an die Fortschritte von Benedikts Gesundheit gekoppelt waren. Jeder Eingriff und jede überstandene Phase brachten die Familie ein Stück weiter und kurz vor Benedikts zweitem Geburtstag folgte ein wichtiger Meilenstein: die TCPC-Operation. Seitdem lebt er mit einem sogenannten Fontan-Herz.
In dieser herausfordernden Zeit fand die Familie in unserem Ronald McDonald Haus München am Deutschen Herzzentrum einen sicheren Ort. Während der vielen Klinikaufenthalte konnten die Eltern ihrem Sohn ganz nah sein – von unserer Haustür bis zur Klinikhintertür sind es zum Glück nur wenige Schritte.
Auch die kleinen Gesten im Elternhaus machen einen großen Unterschied: eine helfende Hand bei organisatorischen Aufgaben, ein offenes Ohr für aktuelle Sorgen und Ängste sowie die gemeinsamen Frühstücks- und Abendessensangebote, die den Familien ein Stück Normalität im Klinikalltag bringen. All das, kombiniert mit dem Kennenlernen anderer Eltern, die Ähnliches durchstehen, bietet Halt und Unterstützung.
Und Benedikt? >Der ist inzwischen 9 Jahre alt. Heute ist unser Familienalltag glücklicherweise deutlich ruhiger. Benedikt geht zur Schule, spielt und tobt mit seinen Freunden und geht seinen eigenen Weg Natürlich gibt es Einschränkungen – vor allem, wenn er sich körperlich stark anstrengt. Aber er lernt, auf sich zu hören und er hat immer wieder gezeigt, was echte Stärke und Tapferkeit wirklich bedeuten.<
Oft wird sich an die Momente zurückerinnert, in denen er mit seinem Bobbycar über die Klinikflure sauste und von den Pflegekräften liebevoll >Rennsemmel< genannt wurde. Die Sorgen sind nicht verschwunden, aber sie sind leiser geworden. Die Zuversicht ist gewachsen und das Bobbycar wurde inzwischen durchs Radl ersetzt – Lieblingsgeschwindigkeit: >Vollgas!<.
>Das Ronald McDonald Haus München am Deutschen Herzzentrum ist für uns bis heute ein besonderer Ort geblieben. Denn wenn wir eines gelernt haben, dann das: Man ist stärker, als man denkt. Und man ist nie allein.<
Und wir alle im Ronald McDonald Haus München am Deutschen Herzzentrum haben Glück: Die Familie fühlt sich unserem Haus bis heute eng verbunden und zeigt dies mit großer Hingabe – bereits des Öfteren wurde die Küche übernommen und für die anderen Familien gekocht. So gut! Mit dieser Geste möchten sie Kraft spenden, Mut machen und einfach da sein. Das gelingt ihr phänomenal, finden wir!
21.08.2026


