Mein Jahr als FSJlerin im Ronald McDonald Haus

Bis Ende Juni habe ich mein FSJ im Ronald McDonald Haus am Deutschen Herzzentrum in München gemacht. Auf die Idee, mich hier zu bewerben, bin ich gekommen, da ich nach der Schule neue Erfahrungen sammeln wollte. Ich weiß noch, als ich vor etwa einem Jahr die Internetseite des Ronald McDonald Haus am Deutschen Herzzentrum, dem sogenannten „Zuhause auf Zeit“, gelesen habe und mir dachte: „Da möchte ich helfen!“.

Als FSJ war ich unter anderem für den Alltag zuständig. Neben Telefonaten mit den Kontaktschwestern der Kinderstationen, Wäsche waschen und dem Begrüßen und Verabschieden der Familien wuselte ich im Haus herum, mal hier, mal dort. Bei uns herrschte ein reges Treiben, weshalb Aufgaben wie Basteln oder Kuchen backen im Rahmen des Verwöhnangebots für die Eltern eine schöne, aber auch seltene Abwechslung waren. Zuletzt habe ich das Team auch bei der Planung des Sommerfests unterstützt.

Durch die zahlreichen Aufgabenbereiche konnte ich viele Fähigkeiten erlernen und vertiefen. Was definitiv dazugehört, ist der Umgang mit stressigen Situationen. Außerdem gewinnt man einen ersten Eindruck, wie es ist, in einem Team zu arbeiten. Meiner Meinung nach ist es hier im Ronald McDonald Haus ein sehr behüteter Einstieg in den Berufsalltag. Am Anfang wurden wir FSJler in alle Bereiche eingeführt und jede Frage wurde immer geduldig beantwortet. Vor allem aber entwickelt man neue soziale Kompetenzen. Wie gehe ich mit Eltern um, die sich gerade um ihr Kind sorgen? Eine Frage, die ich mir vor allem am Anfang gestellt habe. Aber wie so oft: man wächst mit seinen Herausforderungen.

Zwischen dem ganzen alltäglichen Wuseln geht es manchmal unter, was in diesem Haus eigentlich geleistet wird. Von der Reinigungskraft, die uns dabei unterstützt, das Haus sauber und ordentlich zu halten, über die Ehrenamtlichen, die unter anderem für uns basteln oder handwerkliche Aufgaben erledigen, bis zu den Hauptamtlichen, die sich um die Organisation der Abläufe in dem Zuhause auf Zeit kümmern. Es erinnert an fleißige Ameisen im Ameisenhaufen.
Teil der Arbeit ist auch, dass man mit frustrierenden und traurigen Momenten konfrontiert wird. Vor allem wenn es Kindern nicht so gut geht, sind wir mit den Gedanken bei dem Kind und den Eltern. Die Eltern so aufgewühlt zu sehen, nimmt einen sehr mit.

Die schönsten Momente sind, wenn wir Eltern mit ihren Kindern, denen es wieder besser geht, verabschieden. Die meisten bedanken sich, dass sie sich hier trotz der Umstände wohlgefühlt haben und verlassen das Haus mit einem Lächeln. Ein >Auf Wiedersehen< gibt es hoffentlich nur noch bei schönen Ereignissen, wie dem Sommerfest.

Ich kann ein FSJ hier in dem Haus nur empfehlen. Auf der einen Seite ist es eine sinnstiftende Arbeit, mit der Du hilfst, Familien in herausfordernden Zeiten ein schönes und soweit möglich unbeschwertes „Zuhause auf Zeit“ zu bieten. Auf der anderen Seite entwickelst Du dich persönlich weiter, erweiterst Deine Fähigkeiten in den verschiedensten Bereichen und lernst das eigene Wohlergehen noch mehr zu schätzen.

19.08.25